
Interview mit Matthias Meisinger, Kommandant der Feuerwehr Kandern
Solche Tests sind für uns essenziell. Im Einsatzfall zählt jede Sekunde, und wir müssen genau wissen, wo wir mit unserer Drehleiter überhaupt arbeiten können. Gerade in gewachsenen Ortskernen mit enger Bebauung gibt es viele unbekannte Faktoren – enge Zufahrten, parkende Fahrzeuge oder bauliche Veränderungen. Wenn wir das vorher unter realen Bedingungen prüfen, können wir im Ernstfall schneller und sicherer handeln.
Das bedeutet tatsächlich, dass wir uns im Bereich von wenigen Zentimetern bewegen. Zwischen Häuserwänden, abgestellten Autos und der Drehleiter bleibt oft kaum Spielraum. Für unsere Maschinisten ist das eine große Herausforderung, denn sie müssen das Fahrzeug und die Leiter sehr präzise bedienen. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass wir niemanden gefährden und die Technik zuverlässig eingesetzt werden kann.
Neben der Erfahrung der Einsatzkräfte ist vor allem die Vorbereitung entscheidend. Wir müssen die Aufstellflächen genau kennen und prüfen, ob der Untergrund tragfähig ist. Auch die Erreichbarkeit der Gebäude spielt eine Rolle – also ob wir Fenster oder Balkone überhaupt sinnvoll anfahren können. Und natürlich sind auch die Anwohner gefragt: Freigehaltene Zufahrten können im Ernstfall lebensrettend sein.
Im Einsatz haben wir oft noch erschwerte Bedingungen: Dunkelheit, Stress, möglicherweise Rauch oder Feuer. Dann kommen Faktoren wie Zeitdruck und die Rettung von Menschen hinzu. Wenn wir uns dann erst orientieren müssten, wäre das ein großer Nachteil. Deshalb sind solche Übungen und Tests im Vorfeld so wichtig.
Das hat uns sehr gefreut. Viele Anwohner haben großes Interesse gezeigt und Verständnis für unsere Arbeit. Aussagen wie die einer Mutter, dass ihre Kinder im Dachgeschoss schlafen und sie nun ein besseres Gefühl hat, zeigen, wie wichtig solche Maßnahmen auch für das Sicherheitsgefühl der Bürger sind. Das motiviert uns natürlich zusätzlich.
Ja, davon ist auszugehen. Durch die aktuell laufende Neubeschaffung der Drehleiter und die damit verbundene Ausbildung und der Indienststellung werden in den kommenden Monaten vermehrt solche Anleiterübungen im kompletten Stadtgebiet stattfinden. Das hängt vor allem mit der Ausbildung und Einweisung unserer Einsatzkräfte am neuen Fahrzeug zusammen. Diese Übungen sind wichtig, damit die Mannschaft die neue Technik sicher beherrscht und wir weiterhin schnell und professionell helfen können.
Achten Sie bitte darauf, dass Rettungswege frei bleiben – gerade in engen Straßen. Und haben Sie Verständnis, wenn wir solche Übungen durchführen. Sie dienen letztlich Ihrer eigenen Sicherheit.
Situation Johann-August-Sutter-Straße

Nur wenige Zentimeter...

Nur wenige Zentimeter bleiben den Einsatzkräften....

Knappe Sache für die Drehleiter
